Thesenpapier zur Kritik der Hochschule und der Studierenden

Der SDS-Kiel hat ein Thesenpapier zu den Forderungen des Bildungsstreikes und der Hochschule im Kapitalismus erstellt, was wir an dieser Stelle dokumentieren möchten.
Thesenpapier


2 Antworten auf „Thesenpapier zur Kritik der Hochschule und der Studierenden“


  1. 1 Nicht Notwendig 29. März 2011 um 22:54 Uhr

    Nur mal so als Anmerkung zu dem Thesenpapier. Auch wenn Guttenberg so manches lehrt, so heißt es noch lange nicht, dass viele Fußnoten Argumente machen oder gar ersetzen. Dieses Thesenpapier ist einfach eine Aneinanderhängung typisch altlinker Phrasen, ohne Begründung, ohne Bezug zur Lebenswirklichkeit an den Hochschulen und der Arbeit der Aktiven in der Hochschul- und Bildungspolitik. Da frag ich mich immer wieder warum ich noch zugebe links zu sein – ist ja peinlich mit solchen Luftnummern im selben Boot zu sitzen. Nur als Beispiel die Ausführungen zur Studierendenschaft Punkt 2. Hier werden nur typisch linke Feindbilder hochgehalten, aber nicht argumentiert warum die Aussagen der ASten damals scheinbar so nationalangehaucht sind. Auch aus einer linken Perspektive kann man in dem Flyer vertretene Position teilen: Für eine freie und gleiche Gesellschaft (Zukunft des Landes, für mich als Deutsche „meines“ bzw. „unseres“) braucht es Bildung. Und auch in einer hypothetischen Gesellschaft des gelebten demokratischen Sozialismus fallen Produkte und Dienstleistungen nicht vom Himmel. Diese müssen – jetzt kommt das pöse Wort – erwirtschaftet werden. Wirtschaft in ihrer Urform als Werkzeug zur Produktion und Allokation von Gütern ist nicht „unlinks“. Wirtschaft kann einfach nur ein Werkzeug der Gesellschaft sein. Und als solches braucht die Wirtschaft Input aus der Wissenschaft. Die Behauptung der ASten dass Raubbau an der Hochschullandschaft als die Zukunft von Deutschland bzw. jeder beliebigen Nation gefährdet ist also richtig. Das hat nichts mit elitärem Blabla zu tun. Das findet sich höchstens in solchen hochnäsigen Thesenpapieren.

  2. 2 Benjamin 02. April 2011 um 18:15 Uhr

    Nun gilt der Umkehrschluss aber auch nicht, viele fussnoten gleich wenig Argumente. Der Text ist übrigens von Leuten verfasst die „hochschulpolitisch“ aktiv sind geht also wohl nur an der Lebenswirklichkeit von vielen hochschulpolitisch aktiven vorbei – was vermutlich eher für als gegen den text spricht.

    Der Angesprochene Absatz:

    Deutschlandfans der Kategorie „Ihr verbaut die Zukunft unseres Landes“

    Ehrlicher als die kritischen Kritiker der Ökonomisierung sind diejenigen, die es an sich garnicht schlecht finden, dass Universitäten im Sinne der kapitalistischen Reproduktion
    funktionieren. Exemplarisch müssen die Kämpfer für die Uni Lübeck herhalten, in einem Flyeraufruf der ASten im Juni 2010 gegen die Sparpläne der Landesregierung heißt es: „ In Lübeck und
    Flensburg sollen ganze Fakultäten ersatzlos geschlossen werden. Die Universitäten sind in beiden Städten jedoch ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort. Ein Zusammenkürzen der Unis ist nichts anderes als ein Zusammenkürzen der jeweiligen Region & der Zukunft des gesamten Landes.“
    Hier wird sich also ganz unverblümt um „die Zukunft des gesamten Landes“ gesorgt inklusive der elitären Einbildung, dass von ihnen, also von den Studierenden, die Zukunft
    abhängt. Hier wurden also auf besonders eklige Weise herrschende Argumentationsmuster adaptiert und gegen eben jene herrschende Politikerbagage gewandt.

    Erkennt völlig zu recht eine gewissen Standortschutzcharakter in den Aussagen der Asten – schließlich wird nicht von einzelnen studierenden, angestellten der Universität oder Lehrenden gesprochen, und was für negative folgen das ende der Lübecker Uni für sie bedeutet, sondern „von der Zukunft des Landes“ – offensichtlich ist das vermeindliche „wir“ Deutschland wichtiger als einzelne Menschen. Die Aussage „Raubbau“ an den Universitäten gefährdet Deutschland ist innerhalb eines Wettbewerbs zwischen Nationalstaaten richtig, aber der Standort Deutschland sollte kein positiver Bezugspunkt emanzipatorischer Politik sein.

    Ansonsten auch wenn es offensichtlich ist: das Thesenpapier stammt von SDS nicht von der Lal, wir gehen nicht mit allen aussagen überein, und werden zeitnah eine umfassende Antwort veröffentlichen.

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